Klar, eines ist so sicher wie der Milchschaum auf einem Latte Macciato … Clubs, deren Eintrittspreise in astronomischen Höhen liegen, haben meist gut besuchte Veranstaltungen. Wenn wir uns doch einmal als Beispiel das P1 in München vornehmen … Warum will Jedermann da hinein … Warum ist dieser Laden ein “Must” für den “kultivierten” Münchener und Gast?
Antwort: Das Sehen und Gesehen werden. Wo habe ich ansonsten die Möglichkeit bekanntes Publikum aus Film, Funk und Sport zu sehen, wenn nicht
da? Der kleine Club von nebenan, kein Eintritt, offenes und ehrliches Publikum. Die Betreiber geben sich Mühe, ein gastliches Ambiente zu erschaffen? Nein, es ist einfach so wie es ist- Freundliche weltoffene Menschen, die nicht auf das Portemonnaie achten, sondern auf das was sie in Natura erleben können, wollen und dürfen.
Nehmen wir doch einmal die Glockenbachwerkstatt, Freitags Ding-Dong …
Gastlichkeit, man fühlt sich wie zu Hause. Man wird nicht argwöhnisch von seinem Gegenüber beäugt, ob man tatsächlich echt Dolce & Gabana trägt oder ob dies nur ein billiges Imitat aus der Türkei ist. Jeansträger meets Business man /-woman. Der Straßenpunk, mit seiner auffälligen Art, trifft die liebe Oma, die gerade von einem Kaffeekränzchen kommt. Aber warum das alles? Man weiß, dass man dort Menschen trifft die “echt” sind. Unverfälscht, strotzen nur so vor Lebensfreude. Sei es der gemeine Straßenkünstler, dessen mit viel liebe erschaffenes Werk von den Straßen Bayerns aufgrund der wütenden Proteste der Anwohner entfernt wurde oder sei es dern erfolglose Schauspieler, der wieder bei einem Casting war und leer ausging.
Aber eines haben Menschen gemeinsam. Sie lieben das Leben , mit all den Facetten die es mit sich bringt. Scheiß drauf … billige Musik aus der Konserve kann ich mir als GEZ Zahler auch im WDR 1, oder bei Radio RTL geben. Da gehe ich doch lieber zu einem Platz wo noch alles echt, ungekünstelt ist Staatsbürger sein, ordentlich Geld verdienen und dies gezielt in eine “künstlich” erschaffene Umgebung blasen, wobei künstlich für mich als Wert steht.
Sei es das P1 oder irgendein anderer kommerzieller Club, dessen Reglement und Lifestyle ich als Alternativer nie verstehen werde, bzw. mich damit zumindest schwer tue. Ziehe dich immer stylish an, gib ordentlich Geld für nichts aus und sein damit zufrieden. Muss ich das? Nein. Aber es ist einfacher so. Leben und leben lassen könnte man jetzt sagen, aber will ich das? Nun ja, dies sollte jedem selbst überlassen bleiben, aber dem ist nicht immer so.
Nehmen wir doch wieder einmal die Veranstaltung aus der Glockenbachwerkstatt, das Freitags Ding-Dong … Hier ist die Schnittstelle zwischen Kommerz und Nischenkultur mit am stärksten zu bemerken.
Die Glockenbachwerkstatt. Schaut man nach links, so nähren wir uns dem Sendlinger Tor, können dabei aber nicht diese Läden wie die Registratur und dem anderen Sch+++ übersehen. Schlimmer kann es ja nicht mehr werden, so denkt man. Schwenken wir unseren Blick doch einmal nach rechts. Was fällt uns da sofort ins Auge? Genau, die Schrannenhalle. Bistros, Cafés etc. All dies steht in einer Art Shopping/Eventmall, welche auch als Schrannenhalle bezeichnet wird. Mit großen Schritten nähren wir uns dem Viktualienmarkt. Nett anzusehen, jeden Tag stellen hier die Bauern und andere Ökos ihre gesunden Produkte zur Schau, gelegentlich auch zum Verkauf. Irgendwie wirkt dies doch ganz nett, obwohl mich manchmal das Gefühl beschleicht, dass die alles recht gekünstelt ist.